Wem die Stromrechnung zu hoch ist, der sollte den Stromtarif wechseln. Vorbei sind zum Glück die Zeiten, in denen man vor der Preispolitik der Grundversorger nicht flüchten konnte, weil es keine Konkurrenz gab. Erstaunlicherweise ist die Wechselbereitschaft bei Strom weniger ausgeprägt wie bei anderen Konsumgütern, seien es Lebensmittel oder Elektrogeräte. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass die Menschen Angst haben, plötzlich ohne Strom dazustehen, wenn etwas bei dem Wechsel schiefgehen kann. Dabei ist diese Befürchtung völlig unbegründet. Im Notfall muss nämlich immer der örtliche Grundversorger einspringen. Das jemandem der Strom abgestellt wird, kommt höchstens vor, wenn man in Zahlungsverzug ist.
Begibt man sich auf die Suche nach einem neuen Stromanbieter, sollte man auf das Internet als Hilfsmittel nicht verzichten. Dort präsentieren sich nicht nur die Stromanbieter, der wechselwillige Stromkunde kann zudem Stromtarifrechner, die alle Stromtarife kennen, in Anspruch nehmen. Gibt man die Postleitzahl und den Stromverbrauch in Kilowattstunden ein, erhält man eine Liste mit den günstigsten Tarifen angezeigt. Wer z.B. im PLZ-Bereich 33615 wohnt und einen Verbrauch von 2.500 kWh angibt, dann erhält derjenige als günstigsten Anbieter die FlexStrom AG mit einem Strompreis von 325,30 € jährlich angezeigt. Der mit 484 € günstigste Ökostrom kommt von stromistbillig. Die Stadtwerke Bielefeld schlagen mit 539,57 € pro Jahr zu Buche. Dies ist eine Momentaufnahme. Wenn man den Stromanbieter wechseln will, sollte man immer kurz vorher noch mal im Netz nachschauen, um die aktuellen Zahlen vor sich zu haben.
Da es bei Strom keine qualitativen Unterschiede gibt, sollte die Wahl des Stromanbieters eigentlich nie allzu schwer sein. Neben einer günstigen Rechnung ist eine kurze Vertragslaufzeit immer von Vorteil. So kann der Kunde schnell wechseln, falls mal wieder ein günstigerer Stromtarif von der Konkurrenz angeboten worden ist. Fällt einem bei der Stromtarifsuche ein besonders günstiger Anbieter auf, ist Skepsis angesagt. Bei dem Angebot könnte es sich um ein Lockangebot handeln, welches nicht lange aufrecht erhalten werden kann, weil es möglicherweise nicht kostendeckend ist. Haben Sie sich für einen Anbieter mit Vorkasse entschieden, kann es sein, dass Sie Ihr bereits gezahltes Geld nie wieder sehen, falls er pleite geht.
Außer über den Stromanbieter auf die Strompreise Einfluss zu nehmen, können Sie sich natürlich auch stromsparende Geräte zulegen. Diese bringen Ihnen jedoch nur etwas, wenn Sie sie entsprechend sinnvoll bedienen. Was nützt beispielsweise eine verbrauchsarme Wasch- oder Spülmaschine, wenn Sie sie nur zur Hälfte befüllen? Beliebt, weil nicht teuer, sind Energiesparlampen, die es seit längerem auch schon in Birnenform gibt. Laut Herstellerangaben spart man bei den Lampen bis zu vier Füntel an Energie gegenüber herkömmlichen Glühlampen.
Ob ein Elektrogerät stromsparend ist oder nicht, erkennt man an seiner Klassifizierung. Energieeffizientsklassen von A++ bis G geben über den Verbrauch Auskunft. A++ steht für höchste Effizienz, während es sich bei mit „G“ gekennzeichneten Geräten um wahre Energieverschwender handelt. Wie Sie sehen, kann man mit energiesparendem Verhalten der Strompreisentwicklung ein wenig entgegenwirken.